Jakobs und Lennarts Kurzgeschichte

Es ist soweit – Weihnachten steht endgültig vor der Tür. Um uns diesen letzten Tag des Sententskalenders noch ein wenig interessant zu machen und um ihn nachdenklich zu gestalten, veröffentlichen meine beiden Mitschüler, Lennart und Jakob, die von ihnen in aufwendigen Arbeitsprozessen ersonnene Kurzgeschichte. Ich freue mich, dass sie für die Veröffentlichung nun ausgerechnet diesen Blog ausgesucht haben!

Beginnen wir also mit der Kurzgeschichte an sich. Und das Erste was man sagen kann – nein – sogar ausdrücklich sagen muss, ist, dass sich effektiv auch an den Wortteil “kurz” gehalten wurde: 

Sie weinte, obwohl sie nicht konnte, nicht durfte. Er lachte, obwohl es hätte sein können.       -Jakob und Lennart

Ich kann es nicht anders sagen; ich bin zutiefst fasziniert von dem Werk. Während man anderswo tausende Wörter liest, ohne wirklich etwas mitgenommen zu haben, haben diese wenigen Sätze so viel Inhalt, dass das Gehirn fast zu platzen droht. Auch der Interpretationsrahmen ist so groß gehalten, dass man sich über das Lesen hinaus noch stundenlang über das Nicht-Erzählte, über den Sinn hinter den Worten nachdenken könnte. Umso mehr freue ich mich, dass sich Jakob und Lennart dazu bereit erklärt haben, uns beim Nachdenken zu unterstützen und Anstöße zu geben. Und deswegen folgt es auch hier gleich: das letzte Adventsinterview dieses Sentenskalenders. 

Hendrik: Lennart! Jakob! Schön, euch hier zu haben, vielen Dank für das Interview. 

Lennart: Nein, ich habe zu danken, dass wir bei deinem Blog die Ehre genießen das letzte Türchen füllen zu dürfen.

Jakob: Ja Hallo, schön das wir hier sein können.

Hendrik: Zunächst einmal würde ich natürlich sehr gerne wissen, wie ihr auf das Thema der Kurzgeschichte gekommen seid, worum es sich ja ziemlich offensichtlich um die Romantik handelt, oder?

                                   Jakob: Das schöne an der Kurzgeschichte ist ja wie unpräzise sie ist, die einfachste Deutung ist sicherlich auf Romantik bezogen, jedoch ist sie nicht die Einzige.                

Hendrik: Höchst interessant! Die Protagonistin, tief traurig, bannt also um eine verlorene Liebe? Oder wie darf man das verstehen?

Lennart: Verlorene Liebe liegt natürlich nahe, „da es hätte sein können.” Ich möchte aber nochmal auf die Protagonistin aufmerksam machen und vielleicht ein paar Denkanstöße geben. “Sie weinte, obwohl sie nicht konnte (…).” Diese Wörter lassen schon einen großen Platz für große Ideen übrig. Im Folgenden möchte ich ein paar nennen, die sie, liebe Leser, noch tiefer ausführen können. Zunächst wissen wir, dass sie nicht weinen kann, aber warum? Handelt es sich vielleicht nicht mal um einen Menschen, sondern ein Wesen, das nicht weinen kann? Vielleicht weinte sie davor aber auch so viel, dass sie nun nicht mehr konnte, aber warum? Welche Bindung hatten die beiden Protagonisten zueinander?  Ich erinnere in diesem Kontext gerne nochmal an “obwohl es hätte sein können.” Dies lässt natürlich die Interpretation offen, dass sie sich bereits kannten. Vielleicht weinte sie aber auch gerade deswegen, weil sie “ nicht durfte”, aber wegen wem durfte sie nicht? Wegen ihren Eltern oder doch wegen ihm? Zudem darf man nicht vergessen, dass er “lachte”, aber warum tat er dies? Hatte er sie nur benutzt, lachte er aus Verzweiflung, ist es vielleicht nur ihre Wahrnehmung und in Wahrheit weinte er auch?  Schlussendlich wollten Jakob und ich auf die verlorene Liebe hinaus. Ich male euch mal ein Bild: Sie kannte sich schon etwas länger, er brachte sie immer zum Weinen, daher konnte sie es irgendwann einfach nicht mehr und jeden der sie traf, verbot ihr zu weinen, doch er lachte nicht, sondern weinte auch. Sie nahm immer alles falsch wahr, was er tat, lebte schon fast in einer Parallelwelt, daher verließ er sie mit  Tränen in den Augen, da er sein Bestes gab und sie immer nur zum Weinen brachte. Jakob und ich wollte mit dieser Geschichte nämlich auf gestörte Kommunikation hinaus und jetzt nochmal die Möglichkeit nutzen, um mitzuteilen, dass jeder von euch in egal was für einer Beziehung immer mit dem anderen reden muss, sonst endet es vielleicht so, wie in unserer Kurzgeschichte beschrieben.

Hendrik: Darf man wegen des traurigen Themas denn auch auf persönliche Empfindungen schließen? Und welche Rolle kann da die Weihnachtszeit spielen, die einen aus einem solchen Tief auch wieder herausholen kann? 

Lennart: Natürlich darf man auf persönliche Empfindungen schließen! Dies ist sogar erwünscht. Was wäre denn eine Kurzgeschichte, wenn man nicht mitfühlen könnte? Natürlich ist eine solche Geschichte auch perfekt für die Weihnachtszeit geeignet. Die Weihnachtszeit ist ja auch dafür da, herunterzukommen und in der Melancholie der ständigen Dunkelheit eine gewisse Geborgenheit zu spüren und herunterzukommen. In einer solchen Zeit so eine Geschichte zu lesen, lässt einen die Familie und Freunde noch mehr wertschätzen und das Zwischenmenschliche, die Nächstenliebe für alle, noch mehr aufleben. Was will man den mehr in der Weihnachtszeit? 

Hendrik: Wie ich hörte, war die Geschichte nicht nur bei eurer Deutschlehrerin ein voller Erfolg. Auch eine Rolle in einem zukünftigen Deutschbuch ist im Gespräch. Wie fühlt man sich, wenn seine Arbeit so gewürdigt wird? 

                                  Jakob: Großartig, man kann da wirklich stolz auf sich sein.                   

Lennart: Es ist eine sehr große Ehre. Man fühlt sich einfach gut. Einerseits, da man Gefühle in anderen wecken kann und andererseits, da man durch mehr aufmerksame Leser mehr interessante Interpretationen präsentiert bekommt.

Hendrik: Ist denn schon ein zweiter Teil im Anmarsch? Oder braucht ihr jetzt erstmal eine künstlerische Pause? 

                                    Jakob: Wer weiß, aber das Ende haben wir sicherlich noch nicht erreicht.               

Hendrik: Möchtet ihr gegenüber eurer Fanbase dann sonst noch etwas loswerden?

Lennart: Ich danke jedem, der immer an uns geglaubt hat, ich danke Maren Unruh für ihre Vertiefung des Themas Kurzgeschichten und das darauffolgende Verständnis für diese Art der Lyrik und ich danke jenen, die uns ermutigen die Kurzgeschichte zu veröffentlichen.

Hendrik: Dann ganz vielen Dank fürs Interview. Und frohe Weihnachten!

                                    Jakob: Dankeschön, euch beiden und allen Lesern auch frohe Weihnachten.     

Lennart: Danke, dass du uns die Möglichkeit gegeben hast, unsere Kurzgeschichte in deinem Blog zu veröffentlichen! Dir, Jakob und allen fleißigen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und falls wir uns bis Silvester nicht mehr hören auch einen guten Rutsch ins neue Jahr!





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