Medienbildung als Schulfach!

Mathe, Musik, Malen – all das findet an Schule Beachtung, mit mehr oder weniger überlebenswichtigen Themen. Doch bei all dem wird ein Thema ignoriert, das einen festen Bestandteil in unserem Leben hat – der Umgang mit digitalen Medien. Es ist Zeit für ein eigenes Schulfach!

Gegen die Unsicherheit im Internet!

Wenn DU diesen Blog liest, befindest du dich automatisch im Internet. Vermutlich weißt du, was eine Website ist, wie so ein Link aussieht und dass du über einen Browser hierher gekommen bist. Und auch soziale Netzwerke sind dir wahrscheinlich ein Begriff. Aber ganz ehrlich – weißt du genau, welche Rechte du genau in diesem Moment als Internet-User hast? Kennst du Wege, herauszufinden, wer alles Zugriff auf deine Daten hat, die bei deinem Blogbesuch entstehen? Kurzum: würdest du dich als digital gebildet bezeichnen? Vielleicht schon. Aber selbst wenn, gehörst du ziemlich sicher zur Minderheit, was das angeht.

Und genau da müssen wir ran! In Zeiten, in denen man spätestens in der 5. Klasse ein Handy hat und nicht selten damit direkt auf die sozialen Netzwerke losgelassen wird, ist es nötig, eine Orientierung zu haben. Diese Orientierung kann und muss Schule bieten.

Wie genau klappt´s?

Als Erstes würde ich mal eine Einordnung machen wollen, wie ich mir das Fach grundsätzlich vorstellen würde. Da wir gegenwärtig schon viel zu viel Unterricht haben, würde ich Medienbildung zwei Jahre lang verpflichtend einführen, und zwar schon ab der 6. Klasse, da ein Umgang mit der digitalen Welt so früh wie möglich eingeübt werden muss. Schon mit 11 oder 12 Jahren ist sie dabei eine natürliche Welt für Jugendliche und fest verknüpft mit den anderen sozialen Räumen der Schüler*innen. Um den Druck herauszunehmen und dadurch dem Schulfach im aktuellen Bildungssystem eine höhere Bedeutung zuzuweisen, würde ich Noten in dem Fach generell weglassen. Wir sehen, dass gerade da die Motivation der Lernenden hoch ist, wo es keine Noten gibt – beispielsweise in Projektwochen. Aber wer könnte das Fach denn anbieten?

Die Medienzentren in Deutschland

Anders als bei anderen schulischen Bereichen fehlt es in Deutschland zwar an Digitalisierung, jedoch nicht an so genannten „Medienzentren“, auch Bildstellen genannt. Diese Institutionen, die es auch oft auf kommunaler Ebene gibt, haben die Aufgabe, die Schulen beispielsweise mit kostenlosen Videos und Filmen zu versorgen, aber auch mit technischen Geräten wie Kameras oder Lautsprechern. Die Kompetenzen an diesen Stellen müssen gebündelt und ausgebaut werden, um von da aus Expertise für die Schulen zu bieten. Es braucht kein neues Lehramtsstudienfach, sondern die Organisation der Kräfte, die es in Deutschland schon gibt. Was man dabei unterschätzt, ist gerade die Bereitschaft der Menschen, die dort arbeiten. Nicht wenige würden sich gerade die Implementierung dieser Themen in den Unterricht extrem wünschen, nicht wenige sind sogar selber Lehrkräfte. Beispielsweise der Leiter des Medienzentrums von meiner Kommune, der sich schon seit Jahren dafür einsetzt.

Gegen Fake News und Cybermobbing!

Aber werden wir konkret: Ein Grundbaustein des Medienbildungsunterrichts sollte der Umgang mit Fake News sein. Während früher Zeitung, Radio und vielleicht noch Fernsehen die einzigen und konkurrenzlosen Medienzugänge waren, und sich die Informationen, die man erhielt, nur auf wenige Zugänge erstreckten, haben wir gegenwärtig einen totalen Überfluss an Medien, die mal mehr und mal weniger Wahrheitsgehalt haben. Qualitativer Journalismus ist so wichtig wie nie, und wie man an diesen als Internetuser gelangt, das muss so früh wie möglich vermittelt werden. Angenehm aufbereitet, beispielsweise in schon existierenden Planspielen und Projekten, aber trotzdem verpflichtend.

Ein Aspekt, der sicherlich nicht vernachlässigt werden darf, ist Cybermobbing und die Verletzung geltenden Rechts im Internet. Dies ist teilweise schon im Unterricht integriert – in Hessen beispielsweise als Bestandteil des PoWi-Unterrichts. Und trotzdem macht dies einen viel zu kleinen Teil im ganzen Informationstrubel aus, der an Schule geschieht. Natürlich eignen sich auch Projektwochen gerade zu dem Thema sehr gut. Ein eigenes Schulfach „Medienbildung“ würde aber gerade auch diese Themen einschließen können und ihnen so noch mehr Beachtung schenken.

Abschließend lässt sich sagen, dass bei der Medienbildung gilt, was generell an Schule gelten sollte – die Vorbereitung aufs Leben! Social Media und das Internet sind mittlerweile feste Bestandteile unseres Lebens geworden. Deswegen brauchen sie dort auch eine Rolle.





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