Manchmal im Leben macht man ungewöhnliche Entdeckungen. Direkt vor seiner Nase. Aus dem Nichts. Eine dieser Entdeckungen möchte ich hier mal aufschreiben und ihr nachgehen – dem nervösen Fußgetippel in unseren Klassen!
Es war einmal…
…ein ganz normaler Montagmorgen. Die erste Stunde konfrontierte mich direkt mit Philosophie, während ich noch nicht wirklich fähig dazu war, meinem Lehrer zuzuhören. Ich ließ meinen Blick unkonzentriert durch den Klassenraum schweifen, und da passierte es urplötzlich! Ich entdeckte, wie drei meiner Mitschüler*innen beinahe im Gleichtakt mit ihren Füßen auf den Boden tippten. Eine ganz normale Bewegung, schnell und unbewusst ausgeführt, aber trotzdem etabliert.
An dieser Stelle muss ich zugeben, selbst ein Opfer jener Fußbewegung zu sein. Obwohl es bei mir eher ein Wippen ist, denke ich, dass diesen Bewegungen durchaus die selben Gründe voraus gehen könnten, Gründe, über die ich aber trotzdem nur Vermutungen anstellen kann. Nervosität? Langeweile? Der Drang, etwas Nützliches zu tun, während man die Zeit im Unterricht durch Zuhören absitzt? Oder doch ein ganz einfaches Beruhigungsmittel, um den Körper unterbewusst zu stimulieren? Ich begann, während der Stunde immer eifriger darüber nachzudenken. Am Ende des Unterrichts zählte ich ganze sechs Schüler*innen, teils wippend, teils tippend.
Warum nur?
Ich beschloss, der Frage nachzugehen, was die Fußbewegungen mit uns machen und ob sie uns im Alltag überhaupt bewusst sind. Und so fragte ich einfach mal in meinem Umkreis herum. Was dabei herauskam, lest ihr jetzt:
Als Erstes wollte ich wissen, ob diejenigen, die ich beim Fußtippeln erwischt habe, das auch merken. Und tatsächlich! Den allermeisten war es bewusst!
„Ja, ziemlich häufig wippe ich mit meinem Knie.“
„Ich mach das auch manchmal. Meistens wackelt mein Bein.“
„Ich weiß, dass ich es öfter mache, aber an sich ist es unterbewusst und ich bemerke es nicht.“
„Häufig, in letzter Zeit eher kleinere Bewegungen und seltener mit den Beinen.“
Als nächstes wollte ich wissen, wie sehr eigentlich gegenseitig auf Fußbewegungen im Unterricht geachtet wird, und habe die Frage gestellt: „Ist dir das schon bei anderen aufgefallen?“
„Ja, auf jeden Fall.“
„Mir fällt das oft bei anderen Menschen auf, weil ich es ziemlich nervig finde.“
„Ja, wenn ich mich im Klassenraum umschaue sehe ich einige Menschen die das noch stärker machen als ich selbst. Erst dann achte ich auf meine eigene Bewegung.“
„Es gibt Leute die es regelmäßig machen und auch welche bei denen es nur ab und an geschieht.“
Kommen wir nun zur eigentlich wichtigsten Frage. Als letztes wollte ich noch von den Befragten wissen, woher sie die Gründe für das Fußgetippel sehen. Antworten kamen dabei ganz unterschiedliche auf:
„Nicht Nervosität an sich, aber Stress.“
„Bei mir selbst Nervosität und Unwohlsein, häufig auch Ohrwürmer und einfach Rhythmen die rausmüssen.“
„Bei mir ist das denke ich größtenteils eine Bewegung, die der Konzentration hilft und in nachdenklichen Phasen ausartet.“
„Bei mir passiert es durch Nervosität, aber hauptsächlich durch Langeweile.“
Das Fußgetippel im Unterricht – tatsächlich ein Phänomen, das oft ignoriert wird, aber doch faszinierende Hintergründe aufweist.


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